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Erziehungstipp: Warum das Glücklichmachen des Kindes kontraproduktiv ist

Es ist ein weit verbreiteter Reflex: Sobald Kinder Anzeichen von Frustration zeigen, sei es bei den Hausaufgaben oder aus allgemeiner Unzufriedenheit, neigen viele Eltern dazu, sofort einzugreifen und die Situation zu entspannen. Doch die renommierte US-Psychologin Dr. Becky Kennedy warnt eindringlich davor, diesem Impuls nachzugeben. Sie argumentiert, dass das ständige Bemühen, Kinder umgehend aufzuheitern oder ihnen Schwierigkeiten abzunehmen, langfristig negative Auswirkungen auf ihre Entwicklung haben kann. Anstatt sie vor jeder emotionalen Hürde zu schützen, sei es für Kinder weitaus förderlicher, sie durch schwierige Gefühle zu begleiten und ihnen somit wertvolle Lernerfahrungen zu ermöglichen, die für ihre psychische Stärke entscheidend sind.

Dr. Becky Kennedy, eine einflussreiche Stimme in der modernen Elternschaft und Bestsellerautorin, hebt hervor, dass die primäre Aufgabe von Eltern nicht darin besteht, ihren Kindern ein durchweg glückliches Leben zu garantieren oder jeden Stolperstein aus dem Weg zu räumen. Vielmehr sollten Eltern das Potenzial ihrer Kinder erkennen, aus Frustration zu wachsen und aus Herausforderungen zu lernen. Ein kontinuierliches Eingreifen, um negative Emotionen zu eliminieren, entzieht den Kindern die Möglichkeit, Resilienz aufzubauen und eigene Lösungsstrategien zu entwickeln. Sie betont, dass Lernprozesse oft chaotisch verlaufen und Phasen der Überforderung oder Selbstzweifel beinhalten. Wenn Eltern in solchen Momenten immer sofort zur Stelle sind, um zu \"retten\", verhindern sie, dass Kinder ihre innere Stärke entdecken und sich als kompetent erleben.

Anstatt Probleme für das Kind zu lösen, plädiert Dr. Becky für einen Ansatz, der Empathie mit fester Überzeugung verbindet. Eltern können ihre Kinder emotional unterstützen, indem sie ihre Frustration anerkennen und gleichzeitig betonen, dass sie an die Fähigkeiten des Kindes glauben. Dieser Ansatz ermöglicht es Kindern, Selbstvertrauen und innere Stärke zu entwickeln, was entscheidende Voraussetzungen für emotional intelligente Erwachsene sind. Durch die Konfrontation mit und das erfolgreiche Bewältigen von schwierigen Aufgaben lernen Kinder, dass sie ihre Ziele erreichen können, was ihre Selbstwahrnehmung positiv beeinflusst und zu einer inneren Einstellung führt, Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen.

Elternschaft bedeutet, Kinder nicht vor allen Schwierigkeiten abzuschirmen, sondern sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen zu vertrauen, dass sie mit ihren Gefühlen umgehen und Herausforderungen überwinden können. Indem wir ihnen diese Möglichkeit geben, schenken wir ihnen die unverzichtbaren Eigenschaften des Selbstvertrauens und der Widerstandsfähigkeit, die sie ein Leben lang benötigen werden, um ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen.