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„Ich bin Loris“: Ein Kinderbuch, das Autismus verständlich macht

Für junge Menschen mit Autismus-Diagnose ist es oft effektiver, eine Geschichte zu erleben, die von Herzen kommt und ihnen das Gefühl gibt, verstanden zu werden, als komplexe Fachliteratur zu lesen. „Ich bin Loris“ stellt genau solch ein Werk dar. Die Erzählung von Loris unterstützt Kinder im autistischen Spektrum maßgeblich dabei, ihre eigene Welt besser zu verstehen und sich darin wiederzufinden.

In dieser Geschichte schildert der neunjährige Loris in klaren Worten seine Gefühlswelt: Er erklärt, warum feste Abläufe für ihn unerlässlich sind, wie wichtig Pausen sind und weshalb Lärm ihn überfordern kann. Zudem teilt er mit, welche Dinge er besonders gut kann und wo seine Herausforderungen liegen. Loris’ Perspektive auf Autismus ist direkt und unverfälscht. Obwohl Loris bereits neun Jahre alt ist, eignet sich das Buch auch für jüngere Kinder ab etwa sechs Jahren, sowohl für diejenigen, die selbst im Spektrum sind, als auch für diejenigen, die einen Schulkameraden oder Freund besser verstehen möchten. Es bietet eine Innensicht statt einer externen Beschreibung: Kinder lernen Autismus aus der Perspektive von Loris kennen, der selbst im Spektrum ist. Die Erlebnisse, Vorlieben und Schwierigkeiten spiegeln typische Alltagssituationen wider, in denen sich Kinder leicht identifizieren können. Dies stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder, da sie erkennen: „Ich bin nicht falsch – meine Besonderheiten sind ein Teil von mir und das ist völlig in Ordnung.“ Das Buch ist einfach erklärt, mit klarer, respektvoller Sprache, kurzen Sätzen und ohne Überfrachtung, was es auch für jüngere Kinder ideal macht. Die Illustrationen sind schlicht und überfordern nicht. Es fördert das Verständnis bei anderen: Geschwister, Eltern und Freunde erhalten einen besseren Einblick in die Bedeutung von Autismus. Darüber hinaus vermittelt das positive Storytelling, dass Unterschiede Stärken sein können – eine wichtige Botschaft für das gesamte Leben.

Die Autorinnen beschreiben die oft üblichen Symptome des Autismus, ohne sogenannte Klischees zu scheuen. Dabei wird eine wertvolle Botschaft vermittelt: Die vermeintlichen Besonderheiten von Kindern können genau die Eigenschaften sein, die von anderen geschätzt werden. Diese Botschaft hat eine nachhaltige Wirkung auf autistische Kinder. „Ich bin Loris“ dient in vielen Haushalten als eine Art Mini-Schutzraum zwischen zwei Buchdeckeln. Es stärkt das Selbstverständnis des Kindes, vermittelt gleichzeitig Wissen und spendet oft die nötige Beruhigung. Eine klare Empfehlung für alle Familien mit Kindern im Spektrum und ein wunderbares Beispiel dafür, was gutes und einfaches Geschichtenerzählen bewirken kann.