Neue Horizonte: Entdeckungen auf der Kopenhagener Modewoche SS26
Die Renaissance der Anne Sofie Madsen: Eine Rückkehr zur Kreativität
Nach einer Schaffenspause kehrt Anne Sofie Madsen, eine Designerin mit beeindruckender Erfahrung bei renommierten Häusern wie John Galliano und Alexander McQueen, mit ihrer ersten Kollektion seit sieben Jahren auf die Bühne der Kopenhagener Modewoche zurück. Ihre Rückkehr wird von einer starken Vision für die Zukunft und dem Gefühl der Gemeinschaft innerhalb der CPHFW angetrieben. Madsens Entwürfe richten sich an Individuen, die sich jenseits traditioneller Geschlechtergrenzen ausdrücken möchten, indem sie Kleidung als Ausdruck der eigenen Identität und nicht als Mittel der Verführung sehen. Die Designerin schätzt die kulturelle Landschaft Kopenhagens, von historischen Friedhöfen bis zu gemütlichen Cafés und kleinen Buchhandlungen, die ihre kreative Arbeit inspirieren.
Rave RVW: Wenn Upcycling auf Stil trifft
Das aus Stockholm stammende Label Rave RVW, gegründet von Josephine Bergqvist und Livia Schück, hat sich mit seinem innovativen Ansatz im Bereich Upcycling schnell einen Namen gemacht. Nach Erfolgen in Mailand feiert die Marke ihr Debüt in Kopenhagen, einer Stadt, die für ihre Wertschätzung von Nachhaltigkeit und experimentellem Design bekannt ist. Rave RVW sieht die CPHFW als die perfekte Plattform, um ihre spielerische und kontrastreiche Ästhetik zu präsentieren, die punkige Elemente mit romantischen Akzenten verbindet. Die Kollektion für SS26 ist inspiriert von der schwedischen Künstlerin Marie-Louise Ekman, deren Arbeiten aus den 60er-Jahren mit ihrer Farb- und Musterfreude sowie ihrem humorvollen Feminismus die Designerinnen tief beeinflusst haben.
Iamisigo: Afrikanisches Erbe in tragbarer Kunst
Iamisigo, ein in Lagos ansässiges Label von Bubu Ogisi, das sich der Bewahrung traditioneller afrikanischer Textilien und Handwerkstechniken verschrieben hat, präsentiert sich nach dem Gewinn des Zalando Visionary Award 2025 erstmals in Kopenhagen. Die Marke betont, dass Nachhaltigkeit für sie nicht nur eine Praxis, sondern eine Weltanschauung ist, die sich in der direkten Beschaffung von Naturfasern und der Zusammenarbeit mit Handwerker:innen mit generationsübergreifendem Wissen manifestiert. Iamisigo sieht jedes Kleidungsstück als tragbare Kunst, die Dualitäten wie Härte und Zartheit, Struktur und Geist vereint und somit Geschichten und Absichten in sich trägt. Die Teilnahme an der CPHFW bedeutet für sie eine Anerkennung ihres Rechts, Raum einzunehmen, sowohl physisch als auch energetisch.
Freya Dalsjø: Die Rückkehr der experimentellen Ästhetik
Freya Dalsjø, Absolventin der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen, kehrt nach einer mehrjährigen Pause mit ihrem Label auf die Kopenhagener Modewoche zurück. Die Designerin hat in den letzten Jahren intensiv an der Materialforschung und -entwicklung gearbeitet, was nun in ihrer SS26-Kollektion gipfelt. Ihre Inspiration schöpft sie aus der kunstvollen Bambuskorbskulptur japanischer Künstler sowie der Reduzierung auf das Wesentliche, wie das Entwickeln von Ideen aus einem einfachen Blatt Papier. Dalsjø beschreibt den Look ihrer Marke als entdeckungsreich, prägnant und feierlich, was ihren experimentellen und gleichzeitig eleganten Ansatz unterstreicht.
Martin Quad: Theater trifft auf Mode
Das in Kopenhagen beheimatete Label Martin Quad, bekannt für seine unkonventionellen Präsentationen, feiert diese Saison sein offizielles Debüt im Kalender der Copenhagen Fashion Week. Nach einer makabren Off-Schedule-Oper im Frühjahr/Sommer 2024 markiert die neue Kollektion für SS26 ein neues Kapitel, das eine stärkere kommerzielle Ausrichtung mit der Einführung von Ready-to-wear-Modellen und der Produktion in Italien verbindet, ohne die künstlerischen und konzeptionellen Wurzeln zu vernachlässigen. Martin Quads Kollektion ist inspiriert von einem Bildband über chaotische Szenen in einem Notfallraum, was zu einem Konzept für ein Theaterstück führte, das die Leitlinie für die Show und die gesamte Kollektion bildet. Der Stil der Marke wird als ehrlich, theatralisch und dekadent beschrieben.
