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Spanische Küsten kämpfen mit Algenplage: Eine Umweltkatastrophe bedroht Tourismus

An den einst malerischen Stränden Spaniens, die Millionen von Touristen anziehen, bahnt sich eine ökologische Katastrophe an. Gigantische Mengen invasiver Algen werden an die Küsten gespült und verwandeln die Traumstrände in braune, unansehnliche Hügel. Diese unkontrollierbare Ausbreitung beeinträchtigt nicht nur das Badevergnügen und den Tourismus massiv, sondern stellt auch eine ernsthafte Bedrohung für das marine Ökosystem und die lokale Fischerei dar. Die Behörden stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, da die Algenmassen stetig zunehmen und die bisherigen Maßnahmen kaum Wirkung zeigen.

Besonders betroffen ist die bei Familien beliebte Costa del Sol in Andalusien. Hier wurden seit Mai enorme Mengen der aggressiven Algenart *Rugulopteryx okamurae* entfernt, allein in Cádiz waren es rund 1.200 Tonnen. Ein Biologe warnte eindringlich, dass dies nur ein Bruchteil dessen sei, was sich unter der Wasseroberfläche befinde. José Carlos Teruel, der für die Strände von Cádiz zuständig ist, beschrieb die Lage als „völlig überfordert“ und sprach von einer „Umweltkatastrophe“. Mit jedem Westwind erreichen neue Algenmassen die Küste, und eine wirksame Strategie zu ihrer Eindämmung fehlt bislang.

Die eingeschleppte Algenart stammt ursprünglich aus Südostasien und gelangte vermutlich über Ballasttanks von Schiffen ins Mittelmeer. Innerhalb nur eines Jahrzehnts hat sie sich entlang der südspanischen Küste bis zu den Kanaren, Azoren und sogar ins Baskenland ausgebreitet. Experten vergleichen die Situation mit einem unkontrollierbaren Tumor, dessen Wachstum anfangs hätte gestoppt werden können, nun aber zu spät sei. Die Auswirkungen auf den Tourismus sind verheerend: Der Gestank und das unattraktive Erscheinungsbild vertreiben Urlauber, und Wassersportaktivitäten sind kaum noch möglich. Dies trifft insbesondere Surfer-Hotspots wie Tarifa an der Costa de la Luz hart. Auch die Fischereibetriebe leiden unter der Algenplage, da die Algen ihre Netze zerstören, dem Wasser Sauerstoff entziehen und heimische Pflanzenarten verdrängen. Die öffentlichen Kassen werden zudem durch die hohen Kosten für die Entsorgung belastet.

Trotz der düsteren Aussichten gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Es wird geprüft, ob die Algen als Biomasse für Energie, Dünger oder Verpackungen genutzt werden könnten. Normalerweise verbietet die spanische Gesetzgebung die kommerzielle Nutzung invasiver Arten, doch in Fällen von Gesundheits- oder Umweltgefährdung könnte eine Ausnahme gemacht werden. Die Regionalregierung Andalusiens hat einen Vier-Punkte-Plan ins Leben gerufen, der Forschung, Monitoring, Aufklärung und Pilotprojekte zur Wiederverwertung der Algen umfasst. Kritiker, darunter Professor Vergara, bleiben jedoch skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen, wenn täglich Hunderte Tonnen Algen angespült werden. Recycling könne nur einen kleinen Teil der Lösung darstellen, und die eigentliche Herausforderung liege in der umfassenden Bekämpfung und Prävention der weiteren Ausbreitung dieser ökologischen Bedrohung. Die Zukunft der spanischen Küstenregionen hängt maßgeblich davon ab, wie erfolgreich diese Herausforderung gemeistert wird.