Die Strompreise in Österreich sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen – doch viele Haushalte zahlen weiterhin zu viel, weil sie bei ihrem regionalen Grundversorger geblieben sind. Ein Wechsel des Stromanbieters ist oft in wenigen Minuten erledigt und kann Haushalten mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Dieser Leitfaden erklärt, wie der Wechsel funktioniert, worauf zu achten ist und welche Sparpotenziale sich 2026 bieten.
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1. Wie viel können Haushalte wirklich sparen?
Laut einem aktuellen Vergleich der E-Control, der österreichischen Regulierungsbehörde für Strom und Gas, kann ein typischer Haushalt durch einen Wechsel vom großen lokalen Versorger zum günstigsten Anbieter bis zu 298,50 Euro im Jahr sparen – inklusive Neukundenrabatte. Durch einen durchschnittlichen Vergleich der Tarife können mit einem Wechsel knapp 200 Euro sparen, selbst wenn auf Neukundenrabatte verzichtet wird. Regional gibt es dabei Unterschiede: In Klagenfurt sind 225 Euro Einsparung möglich, in Graz bis zu 251 Euro. Ein Vergleich lohnt sich also für fast alle Haushalte in Österreich, unabhängig vom Wohnort.
Die Höhe der Ersparnis hängt vor allem vom eigenen Stromverbrauch und den aktuellen Tarifen des regionalen Anbieters ab. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden – das ist ein typischer Wert für einen österreichischen Vier-Personen-Haushalt – spart beim Wechsel zum günstigsten Tarif besonders viel. Auch Singles und Paare mit geringerem Verbrauch können mit einer jährlichen Ersparnis von etwa 150 bis 200 Euro rechnen, wenn sie vom teuren Grundversorgungstarif wechseln.
Grundsätzlich gilt: Je höher der eigene Stromverbrauch ist, desto höher fällt die absolute Ersparnis aus.
2. So funktioniert ein Anbieterwechsel
Der Wechsel des Stromanbieters ist für Haushaltskunden bewusst einfach gestaltet und kann in der Regel innerhalb weniger Minuten online abgeschlossen werden. Wer den neuen Anbieter online auswählt, schließt den Vertrag digital ab – die Kündigung des alten Vertrags übernimmt der neue Anbieter in vielen Fällen gleich mit.
Ein typischer Wechsel läuft in folgenden Schritten:
| Schritt | Vorgehen |
|---|---|
| Tarife vergleichen | Vergleichsportale wie tarife.at oder durchblicker.at oder der offizielle Tarifkalkulator der E-Control nutzen |
| Neuen Tarif auswählen | Auf Laufzeit, Kündigungsfrist und allfällige Boni achten |
| Online anmelden | Persönliche Daten und Zählernummer angeben; Vertrag digital abschließen |
| Alten Vertrag kündigen lassen | Der neue Anbieter übernimmt in vielen Fällen die Kündigung des bisherigen Vertrags |
| Bestätigung abwarten | Der Wechsel wird innerhalb weniger Wochen wirksam; es gibt keine Unterbrechung der Stromversorgung |
Wichtig zu wissen: Der Wechsel ist jederzeit möglich, nicht nur zum Jahresende. Die maximale Kündigungsfrist für Haushaltskunden wurde österreichweit auf einen Monat verkürzt. Bei der Grundversorgung gilt sogar eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen.
Die Stromversorgung ist während des gesamten Wechsels jederzeit gesichert – auch wenn der alte Vertrag bereits gekündigt ist und der neue noch nicht aktiv wurde, besteht automatisch ein Grundversorgungsvertrag.
3. Was ändert sich 2026 bei den Strompreisen?
Im Jahr 2026 sind mehrere Änderungen zu beachten. Die Strompreisbremse, die in den letzten Jahren die Kosten für Haushalte gedeckelt hat, ist ausgelaufen. Diese Entlastung gibt es nicht mehr.
Die Netztarife, also die Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes, steigen ab 2026 um durchschnittlich etwa 1,3 Prozent. Das ist einer der Preistreiber für 2026. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet das eine zusätzliche Belastung von rund 60 Euro im Jahr – netzseitig. Die Stromsteuer hingegen wurde vorübergehend gesenkt, was die höheren Netzkosten etwas abfedert. Das führt dazu, dass die Strompreise für Verbraucher insgesamt nicht stark steigen.
Der neue Soziale Tarif: Seit April 2026 gilt ein neuer Sozialtarif für einkommensschwache Haushalte. Berechtigte zahlen nur noch 6 Cent pro Kilowattstunde für die ersten 2.900 Kilowattstunden pro Jahr. Das entlastet betroffene Haushalte um mehrere hundert Euro jährlich.
Österreichweit sinkt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien leicht, die Preise für Ökostromtaris bleiben jedoch stabil.
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4. Welche Stromtarife gibt es?
Die Wahl des passenden Tarifs hängt von den eigenen Bedürfnissen ab. Grundsätzlich können verschiedene Tarifmodelle unterschieden werden:
Flächentarife sind Tarife mit einem festen Arbeitspreis pro Kilowattstunde plus Netzkosten. Auch Empfehlungen von Verbraucherschutzorganisationen werden genannt, um geeignete Ökostromanbieter zu finden.
Günstigste Anbieter im Vergleich: Ein aktueller Anbietervergleich zeigt deutliche Preisunterschiede. Die günstigsten Anbieter in der Grundversorgung sind regional unterschiedlich. Auch die Bundesländer zeigen deutlich unterschiedliche Preisniveaus für Ökostrom.
Ökostrom ist in Österreich weit verbreitet. Viele Anbieter haben sich auf Ökostromtarife spezialisiert. Die Preise für Ökostrom sind in den letzten Jahren näher an die konventionellen Preise gerückt. Ein Ökostromtarif ist für viele Haushalte eine Möglichkeit, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten.
5. Kündigungsfristen und wichtige Fristen beachten
Beim Wechsel des Stromanbieters sind die Kündigungsfristen der Energieversorgungsverträge zu beachten. Diese sind im Energiewirtschaftsgesetz und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Energieversorger festgelegt.
Die maximale Kündigungsfrist für Haushaltskunden in Österreich wurde auf einen Monat verkürzt. Bei Grundversorgungsverträgen gilt eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen. Das ist wichtig für Kunden, die kurzfristig wechseln möchten.
Eine Sonderregel gilt bei Strompreiserhöhungen: Erhöht der Anbieter den Preis während der Vertragslaufzeit, haben Kunden in der Regel ein Sonderkündigungsrecht ohne Einhaltung der normalen Kündigungsfrist.
Für Abmeldung bei einem Umzug müssen Kunden dem Energieversorger den Zählerstand am Auszugstag sowie die neue Adresse mitteilen, damit die Energiekosten für den Zeitraum bis zum Auszug ordnungsgemäß abgerechnet werden können.
6. Ökostromanbieter im Vergleich
Ökostromtarife sind in Österreich weit verbreitet. Viele Anbieter bieten reine Ökostromtarife an. Die Auswahl ist groß – von großen Anbietern mit eigenen Wasserkraftwerken bis zu kleineren Ökostrom-Anbietern.
Ein aktueller Preisvergleich für Stromtarife zeigt deutliche Unterschiede je nach Bundesland. Eine Empfehlung von Verbraucherschutzorganisationen ist, sich vor dem Wechsel umfassend zu informieren.
Wer einen Ökostromtarif wählt, kann sicher sein, dass der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Windenergie oder Sonnenenergie stammt. In Österreich wird Ökostrom auch entsprechend zertifiziert, um sicherzustellen, dass die Energie tatsächlich aus erneuerbaren Quellen stammt.
7. Wechselservice – automatisch den günstigsten Tarif finden
Wer sich nicht jedes Jahr selbst um einen Anbieterwechsel kümmern möchte, kann einen Wechselservice nutzen. Diese Dienste übernehmen den gesamten Wechselprozess automatisch und finden regelmäßig den günstigsten Tarif.
Ein Beispiel ist der Energy Hero, ein Dienst, der automatisch den günstigsten Anbieter im Bereich Strom und Gas findet und für seine Kunden den Wechsel durchführt. Dafür berechnet der Dienst eine Servicegebühr von zwei Euro pro Monat für Strom und drei Euro für kombinierte Strom- und Gasverträge. Versprochen wird eine Kostenreduktion pro Haushalt von mehreren hundert Euro pro Jahr.
Wechselpilot ist ein weiterer automatisierter Dienst, der für seine Kunden den Anbieterwechsel vollständig abwickelt. Einmal registriert, kümmert sich der Dienst um die Suche nach günstigeren Tarifen und den gesamten Wechselprozess – inklusive der Kündigung des alten Vertrags.
8. Welche Stromanbieter gibt es in Österreich?
Österreich verfügt über eine große Auswahl an Stromanbietern. Neben den neun Landesenergieversorgern (Wien Energie, Energie Steiermark, Energie Graz, Linz AG, Salzburg AG, Tiroler Wasserkraft, Vorarlberger Kraftwerke, Kärnten Energie und Burgenland Energie) gibt es auch unabhängige Ökostromanbieter, die in ganz Österreich Strom liefern. Diese Anbieter bieten häufig besonders günstige Tarife an, weil sie keine eigenen Netze betreiben müssen und ihre Kosten niedrig halten können.
Alle Energieversorger Österreichs sind auf der Übersichtsseite der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control gelistet. Dort findet sich eine vollständige und aktuelle Liste, die als Grundlage für die Tarifauswahl dienen kann. Vor der endgültigen Entscheidung ist es ratsam, die aktuellen Tarife verschiedener Anbieter zu vergleichen und auf die Vertragslaufzeiten zu achten.
Hinweis: Dieser Leitfaden enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Beratung. Die genannten Preise und Angaben beziehen sich auf öffentlich zugängliche Quellen und können sich je nach Verbrauch und Region unterscheiden.
Quellen:
- https://www.heute.at
- https://ocellsvallridaura.cat
- https://www.vol.at
- https://www.statistik.at
- https://www.trademag.org.tw
- https://www.holding-graz.at
- https://www.advantageaustria.org
- https://www.vienna.at
- https://euenergy.live
- https://www.e-steiermark.com
- https://datawrapper.dwcdn.net
- https://www.thestartupfounder.com
- https://www.bouncewatch.com
- https://www.e-control.at
- https://www.oesterreich.gv.at
- https://www.krone.at
- https://www.freshfields.com
- https://www.iusverde.de
- https://www.power2market.com
